Wenn schlafende Gedichte zu musikalischem Leben erwachen.

Die Kuratorin

Für mein Lyrikband Schmerz.verdichtet (Keiper, 2019), habe ich die Texte als musikalische Poesie über Schmerz, Hoffnung und Humor geschrieben. Sie wollten klingen, schwingen, sich in Stimmen und Körpern entfalten. Einige wurden gehört. Viele blieben still.

Ende 2025 wurde mir mitgeteilt, dass ein Restbestand des Buches aus Platzgründen vernichtet werden sollte. Es schmerzte zu sehen, wie fragil literarisches Dasein ist. Gedichte können verschwinden – nicht, weil sie nicht sprechen, sondern weil niemand zuhört.

ERWACHEN III - Humor #01 - Der Vulkan

Zum Leben erweckt

"Der Vulkan" wurde beim Literaturwettbewerb der Stadt Feldbach 2016 zum Thema "Happy End" prämiert. Vorgabe für die Teilnahme: Besondere Bezugnahme auf die Region des Vulkanlandes, in der die Stadt Feldbach liegt.

Der Steinberg bei Feldbach ist ein erloschener Vulkan, der vor 2,6 Millionen Jahren entstanden ist. Ich habe ihm auf musikalisch-poetische Weise Leben eingehaucht. 

ERWACHEN

ERWACHEN ist meine Antwort auf dieses Verstummen. Ich begann, die Buchtexte und auch unveröffentlichte Poesie selbst zum Klingen zu bringen. Mit einem KI-System als Instrument, mit meiner Stimme als Kuratorin, mit meinem Ohr als Richterin. Die Maschine ist hier kein Autor. Sie ist ein Resonanzraum. Sie ist ein Instrument, das ich spiele. Ich wähle, forme, verwerfe, entscheide. Die Gedichte treten in Klangräume, die von einer Maschine erzeugt und von mir als Autorin kuratiert werden.

Dieses Projekt ist kein Abschluss, sondern eine Einladung: Ich wünsche mir menschliche Reinterpretationen, andere Stimmen, andere Lesarten. Die KI-Version ist eine Skizze im Raum der Möglichkeiten – eine Herausforderung, eine Inspiration, ein Anfang.

Gedichte sollen nicht in Lagern sterben. Sie sollen im Ohr der Welt leben.

ERWACHEN bedeutet: Worte wachküssen. Archive öffnen. Stille brechen. Literatur hören.